Städtebaulicher Entwurf
Siegerentwurf des dreiphasigen Wettbewerbs “Ortsmitte Ötigheim”
Schaudt Architekten GmbH | Konstanz
Freianlagen
w+p Landschaften GmbH | Berlin | Offenburg | Schiltach
Tragwerksplanung
Die Holzbau Ingenieure GmbH | Titisee- Neustadt
Technische Ausrüstung HLS und Elektro
drei ingenieure Biechele Brunner Zauner- Beratende Ingenieure PartG mbB | Stuttgart
Technische Ausrüstung Elektro
Neher Butz Plus GmbH | Konstanz | Stuttgart | Freiburg | Neu-Ulm
Der Siegerentwurf beantwortet nicht die Frage, wie ein einzelnes Gebäude aussehen soll. Er beantwortet die größere Frage, wie die zentralen öffentlichen Funktionen in Ötigheim künftig räumlich zusammenwirken sollen. Es geht um das Ensemble der Gebäude in Verbindung mit dem umgebenden Freiraum.
Im Kern geht es um fünf Bausteine:
- Schule / Ganztagsbetreuung
- Mehrzweckhalle
- Rathaus
- Freiraum / Platz- und Wegeflächen
- Antoni-Haus
Diese fünf Bausteine werden nicht mehr getrennt betrachtet, sondern als zusammenhängendes Gefüge.
Zentrale Elemente
1. Die Ortsmitte wird als Ganzes neu geordnet
Der Entwurf verfolgt das Ziel, aus mehreren bislang nebeneinanderliegenden oder nur lose verbundenen Funktionen eine erkennbare Mitte zu machen.
Entscheidend ist also nicht die Optimierung eines Einzelstandorts, sondern die Neuordnung des Gesamtbereichs.
2. Die öffentlichen Nutzungen werden funktional aufeinander bezogen
Schule, Mehrzweckhalle, Rathaus und Freiraum haben jeweils eigene Aufgaben, sie stehen aber zugleich in enger Beziehung zueinander. Der Entwurf versucht, diese Beziehungen räumlich nutzbar zu machen:
- im Alltag
- bei Veranstaltungen
- für Wegebeziehungen
- für Begegnung
- für gemeinschaftliche Nutzung
3. Der Freiraum ist kein Rest, sondern das verbindende Element. Er stiftet Zusammenhang, Orientierung und Aufenthaltsqualität und ist für alle zugänglich.
Der Freiraum ist in diesem Konzept nicht bloß Zwischenraum. Er ist das Element, das die verschiedenen Funktionen überhaupt zur Ortsmitte macht. Plätze, Wege und Aufenthaltsbereiche verbinden Schule, Halle und Rathaus miteinander.
Ohne diesen Freiraum blieben es einzelne Gebäude. Erst durch den gestalteten Freiraum entsteht eine zusammenhängende Mitte.
Entscheidend ist auch die Neuordnung des motorisierten Verkehrs, wodurch die Schaffung einer verkehrsberuhigten Mitte angestrebt wird.
4. Das Konzept schafft räumliche Klarheit
Ein zentrales Argument des Entwurfs ist Ordnung. Die Ortsmitte soll klarer lesbar werden:
- Wo ist der öffentliche Mittelpunkt?
- Wie hängen die Gebäude zusammen?
- Wo halten sich Menschen auf?
- Wo verlaufen Wege?
- Welche Räume haben welche Funktion?
Diese Klarheit ist wichtig für Orientierung, Nutzbarkeit und Identität.
5. Der Entwurf ist ein Rahmen für die weitere Ausarbeitung
Der Entwurf legt die Grundstruktur fest. Er beantwortet die Frage nach der räumlichen und funktionalen Ordnung der Ortsmitte. Er ist aber noch nicht die vollständige Detailplanung. Die weitere Ausarbeitung betrifft dann konkrete Nutzungen, Freiräume, Gebäudeausformungen, Abläufe und Realisierungsschritte.
Jetzt geht es um die richtige Grundentscheidung für das Ganze, Details folgen im Prozess und gemeinsamen Austausch über die nächsten Jahre der Planung.

